Core Algorithmus Update: Ah geh, Google.

#rant

Liebes Internet,

beim Lidl meines Vertrauens haben sich, so kommt es mir vor, bereits am 27. Dezember die Waffeleier und Schokorammler in die Regale gemogelt. Auch Google legt uns einige Wochen vor der Zeit ein dickes, rätselhaftes Ei ins Nest – und veröffentlicht ein Update seines Core-Algorithmus. Blöd, wenn die einem anvertrauten Projekte primär auf die Erzeugung organischen Traffics komponiert sind und alles sorgfältige Optimieren erst einmal für den Garten war, weil der eigene Content in den SERPs plötzlich das Nachsehen hat. Doch wen belohnt und bestraft Google hier eigentlich?

Was ist passiert?

Seit der zweiten Märzwoche wurden die Suchergebnisse mal wieder auf links gedreht. Den Websites, die ich betreue, das heißt ihren Rankings, hat das mitunter leider gar nicht so gut gefallen. Ärgerlich. Am 12.3. dann die offizielle Verlautbarung bei Twitter: Es gab also mal wieder ein größeres Update.

Google-Sprecher Danny Sullivan zwitschert Versöhnliches. Die Seiten, die jetzt plötzlich schlechter performen, mit denen sei eigentlich alles okay. Das ist lieb, Danny. Also war die ganze Textarbeit, das Bauen angesagter Content-Cluster, die Analyse relevanter Search-Intents, das Optimieren auf branchenspezfische Ranking-Faktoren und so weiter, es war also alles doch nicht umsonst.

Ein paar Monate ging die Strategie, auf großartig-ganzheitlichen Content zu setzen, dabei ganz gut auf. Ganz schön launisch, dieser Google-Algorithmus. Vielleicht ist SEO am Ende doch nur Schamanismus. Oder, Herr Sullivan?

„Instead, it’s that changes to our systems are benefiting pages that were previously under-rewarded.“

Achso, es ging also nicht darum, guten und wirklich hilfreichen Content zu belohnen, es sind einfach mal die anderen an der Reihe. Ich bin okay, du bist okay, wir alle sind okay. Na gut. Danke Google, ich fühle mich von dir umarmt. Und ein bisschen unverstanden, aber das ist okay.

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Und nu? Eiersuche.

Was sind die Learnings aus dem neuen Update des Googleschen Kernalgorithmus? Bis jetzt leider: Alles nichts Konkretes. Google selbst äußert sich in Allgemeinplätzen und versteckt seine Hinweise für ein strategisches SEO-Krisenmanagement besser als ein gemeiner Osterhase.

Auch die Branchenexperten rühren bislang nur weiter im Kaffeesatz vergangener Tage und jagen die alten Gespenster. Searchmetrics sieht Parallelen mit einem „Phantom-Update“ aus dem vergangenen Jahr. Die damaligen Verlierer-Domains seien jetzt tendenziell wieder betroffen. Es stehe einfach nicht jeder in Googles Gunst. Man möge doch einfach Suchergebnisse anbieten, die Nutzerbedürfnisse am besten bedienen. Achso.

Anyway, meiner Erfahrung nach regulieren sich nach solchen Updates die Rankings ein Stück weit von allein. Eine Reihe von SEO-Tasks und offener Fragen erscheint mir für meine Projekte dennoch akut beschäftigungswürdig zu sein:

  • Wo sind die Grenzen von holistischem Content?
  • Gibt es schon eine bewährte Best-Practice (mit Betonung auf Praxis) für die interne Verlinkung bei Content-Clustern?
  • Gibt es spezielle Schemas, die für meine Projekte infrage kommen und mir helfen könnten, die Content-Relevanz meiner Inhalte zu verbessern?
  • Wie saniere ich am besten meine Backlink-Profile?
  • Was kann ich in punkto Nutzersignale besser machen – wie kann ich die Nutzerfahrung auf meinen Seiten weiter verbessern?

Na dann, frohe Ostern.

Veröffentlicht von

Joscha Kollascheck

Studierender der Content-Strategie @ FH Joanneum in Graz Redakteur / Portalmanager @ sms / code-b in Berlin ...mag Bücher, Kunst und Algorithmen ...schreibt diese Zeilen für sein FH-Joanneum-Webportfolio

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